Offener Brief: Sorge um Landeszentrum für E-Sport und Digitalisierung in Schleswig-Holstein (LEZ SH) / E-Sport Hub Sachsen-Anhalt.

Ich als “Ersteller” dieses Beitrags auf eSport-Portal, möchte nachträglich daraufhinweisen, das dieser Beitrag uns zugespielt wurde. Auch wir wissen nicht wer hinter diesem Text steckt und haben ihn ohne Kommentar von uns so veröffentlicht, wie wir ihn zugesendet bekommen haben.

Kiel, Lübeck, Norderstedt, Stendal, Magdeburg, 09.06.2020

Wir wenden uns mit einem offenen Brief an Medien, die Politik, Vereine und ganz E-Sport Deutschland. In Sorge um zwei Projekte, die jedes für sich eigentlich eine gute Idee wären. Die Konzeptionierung und operative Umsetzung der Projekte (insbesondere des LEZ SH) stoßen bei uns aber zunehmend auf Skepsis.

Große Erwartungen

Mit viel Freude und Euphorie hatten wir Anfang des Jahres 2019 von der E-Sport Förderung in Schleswig-Holstein erfahren. Das Prestige-Projekt des Landes im Norden Deutschlands sollte ein Landeszentrum werden. Ein Fokuspunkt an dem sich der E-Sport Schleswig-Holsteins hätte versammeln können. Aus verschiedenen Quellen wissen wir, dass anfangs teils riesige Anmietungen geplant gewesen sind, mit über eintausend Quadratmetern Fläche und aufwendiger Außenwerbung.

Das LEZ SH wird nicht nur vom Land, sondern auch von der Landeshauptstadt Kiel gefördert, die von vielen von uns Heimat ist. Dementsprechend ist es uns eine Herzensangelegenheit, dass mit Geldern und Förderungen gut umgegangen wird.

Operative Umsetzung: Verzögerungen, Fehler, Konflikte 

Das LEZ SH ist seit inzwischen fast eineinhalb Jahren in Planung. Im Ergebnis steht bisher ein Soft Opening. Hier wurde eine Altbauwohnung präsentiert, die offenbar schnell zu einem kleinen Vereinsheim umgeschustert worden ist. Darüber hinaus verfügt das LEZ SH über keinen modernen Fahrstuhl. Das ist fatal für eine Sportart wie E-Sport die Inklusion vorlebt.

Uns vorliegenden Informationen gemäß wird aktuell über eine erneute örtliche Verlegung des LEZ SH nachgedacht. Wenn es in dem Tempo weitergeht, dann stünde die Eröffnung erst für das Jahr 2021 im Raum – gut zwei Jahre nach der Ankündigung des Projektes. Selbst daran haben wir erhebliche und begründete Zweifel.

Gespräche unsererseits mit der E-Sport Szene machen deutlich, dass der Projektleiter Martin Müller die Szene im Norden gespalten hat. Viele Personen die sich ehrenamtlich für den E-Sport stark machen, tun sich angesichts der Persönlichkeit von Herrn Müller schwer mit diesem zusammenzuarbeiten.

Was bleibt in Summe von den vollmundigen Versprechungen von Anfang 2019? Nicht viel. Auch das Vorschieben der Coronakrise als Grund für Verzögerungen seitens des LEZ SH hinterlässt einen faden Beigeschnack. Das LEZ SH wurde bereits seit mehr als einem Jahr geplant bevor Corona überhaupt in Europa aufgetaucht ist.

Zweites Projekt: E-Sport Hub Sachsen-Anhalt 

Nun wird vom ESBD und Herrn Müller ein zweites derartiges Projekt gestartet, bevor das LEZ SH auch nur im Ansatz fertiggestellt ist. In Magdeburg, der Heimat von Herrn Müller, soll ein E-Sport Hub entstehen. Auch hier ist Herr Müller Projektleiter. Ob und inwieweit dies vereinbar mit der Leitung des LEZ SH ist lässt sich von unserer Seite aus nicht sagen, starke Zweifel und Bedenken sind jedoch vorhanden, hat Herr Müller es doch bereits ohne diese Zweifachbelastung nicht geschafft das LEZ SH auf einen grünen Zweig zu bringen.

Wir Magdeburger wollen ein E-Sport Hub in unserer schönen Heimat, das im vollen Fokus der Projektleitung steht und nicht nur als zweites Standbein fungiert.

Leere Versprechungen und Bedenken

Herr Müller hatte eigentlich versprochen für das LEZ SH nach Kiel zu ziehen. Aus der praktischen Erfahrung wissen die Schleswig-Holsteiner von uns, dass er mehr in Magdeburg als in Kiel ist. Schließlich wohnt dort auch seine Familie.

Darüber hinaus möchten wir Bedenken äußern: Hat Herr Müller vor zwei Geschäftsführer-Positionen in zwei Landeszentren zu halten?

Appell

Wir appellieren an E-Sport Deutschland, die Politik und alle Freunde des E-Sport: Habt ein Auge auf diese Projekte. Die Vorbehalte in der Gesellschaft gegen den E-Sport könnten durch die geschilderten Problemlagen verschärft werden. Aus etwas positiv Gemeinten könnte sich so etwas sehr Negatives entwickeln: Falls nicht schon geschehen.

Unterzeichnet: 17 E-Sport Engagierte, Vereinsmitglieder, BreitenEsportler.
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Christian Baulig

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Comments

  • Moin aus Kiel!

    Ich muss zugeben, dass ich ein wenig gezögert habe, mich hier zu Wort zu melden. Zumal ich zu den inhaltlichen Vorwürfen und den geltend gemachten Fakten in dieser Form nichts beitragen wollen würde.

    Ich denke aber, dass anonyme Anschuldigungen nicht das Mittel der Wahl sein sollten. Probleme sollten direkt mit den betroffenen Personen besprochen werden. Ich glaube, dass auch solche “offenen Briefe” dem E-Sport nach innen und nach außen schaden können.

    Oliver Daum

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